Modellhafte und Experimentelle Wohnformen

Selbstbauprojekte als innovativer Beitrag zur aktuellen Situation am Wohnungsmarkt

    • Foto © Architekten Tillner & Willinger
    • Foto Selbstbau Workshop 2016 © Architekten Tillner & Willinger
    • Foto Ausbauhaus Neukölln ©  Praeger Richter
    • Foto Iphiko Schulgebäude © BASEhabitat - Kunstuniversität Linz
    • Foto Das Projekt Iphiko Classrooms zeigt eine gute Kombination von „Hand made“- Lehmbauweise, die sich klimatisch hier besonders gut eignet, und einer einfachen,
zarten Stahlkonstruktion mit Verblechung als Dach. Wenn vorgefertigte oder industriell hergestellte Konstruktionen sinnvoll und günstig sind, bieten sie eine gute Ergänzung zu den Selbstbauelementen. © BASEhabitat - Kunstuniversität Linz

    Das Forschungsprojekt Modellhafte und Experimentelle Wohnformen - Selbstbauprojekte als innovativer Beitrag zur aktuellen Situation am Wohnungsmarkt setzt sich mit den Möglichkeiten von Selbstbau in Form einer organisierten Gruppenselbsthilfe-Maßnahme im geförderten Wohnungsbau in Wien auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei die Beteiligung von Asylberechtigten am Selbstbauprojekt und deren Integration.

    Ziel des Projektes ist die Erarbeitung von Grundlagen für Selbstbau-Wohnprojekte im Rahmen des geförderten Wohnbaus in Wien, in die Asylberechtigte als Mitbauende und zukünftige BewohnerInnen integriert werden. Das Projekt reagiert auf die Notwendigkeit, sehr schnell sehr kostengünstigen Wohnbau zu errichten und verknüpft dies mit der Frage nach einer möglichen Integration von Asylberechtigten. Wie können eine solche Integration, ein gegenseitiger Austausch und prinzipielle Verständigung erfolgen? Wie kann sehr früh eine Identifikation mit dem Haus und dem Quartier hergestellt werden? Wie kann über das gemeinsame Bauen an einem Wohnhaus eine gemeinsame Sprache gefunden und Nachbarschaft entwickelt werden? Welche Form von Kommunikation ist möglich, die auch nach dem Bau noch anhält?
    Das Ziel dieses Forschungsprojektes ist also, mehr zu tun, als „nur“ leistbaren Wohnbau herzustellen. Wohnbau kann, so die These, neben dieser Leistbarkeit auch kommunikative und integrative Funktionen erfüllen, sofern die Konzeption und Durchführung bereits als integrative Prozesse gedacht werden. Das Projekt setzt auch an einem allgemeinen Interesse an Hands-on-Projekten und Bottom-up- Projekten sowie an einem sehr großen Interesse an DIY-Bewegungen und Sharing Economies an. Die erste Wiener Siedlerbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts dient im Forschungsprojekt als Referenz. Es werden mögliche Anknüpfungspunkte identifiziert und deren heutige Interpretation formuliert. Aspekte wie die Organisationsformen des Mitbauens, der frühe ökologische Ansatz und der hohe Gemeinschaftssinn im Bewohnen der Siedlungen sind hier von besonderem Interesse.

    Im Projekt wird auch das Ziel verfolgt, bei einem Selbstbau-Wohnprojekt in Wien eine Ausbildung vor allem jüngerer Personen anzubieten. Selbstbau-Projekte sollen mit der Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren, verbunden werden. Zusätzlich sollen vermehrt Frauen in Planungs-, Entscheidungs- und Bauprozesse involviert werden (Planungsteam, Steuerungsteam, Bauteam). Über den organisierten Gruppenselbstbau soll also Integration hergestellt und zugleich tradierte Geschlechterrollen aufgebrochen werden.

    Adresse:
    Wien, Österreich


    Planungsbeginn:
    2015